Meditation über Mark 1, 12-15 aus dem Wortgottesdienst am 18.02.2018

Meditation über Mark 1, 12-15.

 

Und der böse Trieb – trieb ihn vor sich her,

unbändig trieb er sein Unwesen mit ihm,

drängte ihn in die Enge, in das Dickicht seines Ichs,

saß ihm im Genick und warf ihn auf sich selbst zurück,

reizte ihn mit der heißen Weißglut unsagbaren Mangels:

allein im gottverlassenen Brachland, ausgeliefert der Dürre

unerhörter Stille, in der wasserlosen Verlassenheit

mit antwortlosen Fragen inmitten himmelschreiender Zweifel,

 – lebte er vierzig Tage lang ausgesetzt diesem wüsten Drang,

umringt von Begierden, die wie Leoparden und Wölfe in ihm heulten,

nach ihm witterten, zähnefletschend nach ihm lechzten,

ihn suchten, versuchten, ihn zu führen, von innen zu bestimmen,

zu lenken – abzuweichen von seinem Weg

 – so lebte er vierzig lange karge Tage obdachlos,

entwurzelt, wandernd wie eine Düne, durstig wie Sand,

 - ungeborgen im brennenden Schatten wohnte er,

in wolkenloser Wildnis – doch sein guter Geist – gute Mächte

waren ihm zu Diensten, standen ihm bei und boten Schutz –

Boten einer frohen Botschaft, griffen ihm unter die Arme,

beflügelten ihn – und bewahrt macht er sich frei,

folgt seiner Wahrheit und verkündet die Erfüllung der Zeit,

die Nähe der Quelle und die Reich-

weite Gottes, die bereits weit hereinreicht in Deinen Bereich.

Und sein Ruf erreicht auch Dich heute und jetzt:

Komm! Lass dich bereichern, bleibe nicht, bleib nicht stehn,

stelle dich um, richte Dich auf, mach kehrt und gib

deinem Leben eine ganz neue

andere Richtung!

 

(Matthias Jacob, Februar 2018)