Meditation zu Sankt Martin

Martin

 

Er nahm Anteil am Leid, an

Armut, Entbehrung und Not,

bot seinen Arm dem Armen und

gab zum Leben neuen Mut.

 

Teilte den Mantel, teilte reichlich

Zeit und Vermögen, verteilte so gut

er vermochte sein halbes Hab und Gut.

Einen Teil seines Reichtums reichte

 

er weiter, zugleich seine Hoffnung

auf Gottes Reich teilte er mit mit-

ten im Leben, wendet Elend in Wärme

und schenkt einen Teil von sich

und scheut keinen Nachteil

 

und gewährt dem Bettler sein

ungeteiltes Mitleid umhüllt ihn

mit Güte, er spürt den Mangel

des andren, will helfen – die Hälfte

 

des Mantels lässt er dem Fremden,

Nächsten, Nächstbesten; –

der war so dahergelaufen,

heruntergekommen, verkommen,

 

kam so eben daher, dem ging

er entgegen, dem gewährte er Nähe,

nahm ihn an, ließ ihn zu,

ließ ihn teilhaben am Heil,

 

am Ganzen, Unteilbaren,

das sich als unvergleichliche

Speise jedes Mal selbst aus-

und mitteilt im gemeinsam

 

gefeierten Mahl; – weil,

– wenn jemand teilt wie Martin

seinen Mantel, ist Gott gegenwärtig

und selbst beteiligt. Da wird nichts bemäntelt,

 

da geht nichts entzwei,

da wird alles ganz – da schenkt

sich Gott restlos, gibt sich

vollkommen her und bleibt dabei,

hilft, tröstet, erheitert, heilt.

 

 

 

Matthias Jacob, November 2018, zum Patrozinium in St. Martin/ Herrenberg